ALS-Besucher-Gruppe

Für Menschen, welche von ALS betroffen sind, ist der Zugang zur Aussenwelt oft erschwert. Die Mobilitätseinschränkung, welche die ALS Erkrankung mit sich bringt, schränkt den Kontakt mit Menschen ausser Haus ein. Der Bekannten- und Freundeskreis reduziert sich. Manchmal fühlt sich ein von ALS-Betroffener Mensch sehr einsam und seiner Teilhabe beraubt. Besonders für Menschen, welche in Pflegeheimen, Spitälern oder sonstigen Institutionen leben, ist es oft schwer, Kontakte zu pflegen. Dies trifft auch für die Zuhause lebenden von ALS-Betroffene Menschen und ihren Angehörigen zu. Jemanden zum „Reden“ zu haben, fehlt oft. Auch wenn sich bei Verlust der Lautsprache, eine Kommunikation schwieriger gestaltet, sind Gespräche wichtig. Manchmal genügt schon die Anwesenheit eines Gegenübers. Besuche, wenn sie auch nur kurz dauern, sind wertvolle Helfer im Alltag. Sie können die Krankheitsbewältigung unterstützen und stützen die Psyche.

Wenn also die von ALS-Betroffenen Menschen und auch deren Angehörige, nur eingeschränkt am gesellschaftlichen Leben teilhaben können, kann dies durch Besuche der Betroffenen etwas verbessert werden.

Nun habe ich mir überlegt, unter dem Dach von ALS Community eine Besucher-Gruppe mit Hinterbliebenen / ev. auch mit pensionierten Pflegepersonen, aufzubauen. Sie übernehmen quasi eine Art Gotti/Götti Funktion von einem Betroffenen oder einem Angehörigen. Idealerweise wohnt die Gotte/Götti in der näheren Umgebung (Kanton) des zu Besuchenden. Natürlich wird vorher abgeklärt, ob Betroffene / Angehörige dies auch wünschen. Damit alle Betroffene / Angehörige von diesen Besuchen profitieren können, ist es wichtig, dass Organisationen / Ärzte die von ALS-Betroffenen und Angehörige auf dieses Angebot hinweisen. Alles steht und fällt mit der Bereitschaft von Hinterbliebenen / pensionierte Pflegende, sich ehrenamtlich als Gotte/Götti zu engagieren. Die Bedeutung "Zeit schenken" kommt hier perfekt zum Tragen. Wieviel Zeit eine Gotte/Götti investieren will, und in welchem Turnus die Besuche stattfinden werden, ist Sache zwischen den Betroffenen/Angehörigen und den Göttis.

Einmal im Jahr treffen sich die Göttis gemeinsam mit Fachpersonen zum Erfahrungsaustausch und zur Unterstützung.

Es ist nicht jedem Hinterbliebenen gegeben, sich wieder mit der Krankheit ALS auseinandersetzen zu müssen. Manche wollen auch einfach einen Schlussstrich unter die eigene ALS-Geschichte ziehen. Manche fallen nach dem Verlust ihres Partners in ein Loch und wissen mit der freigewordenen Zeit nichts anzufangen. Der Einsatz als Götti kann allenfalls bei der Trauerverarbeitung helfen. Daraus geht eine Win-Win-Situation hervor. Ausserdem haben Hinterbliebene durch ihre eigenen Erfahrungen mit der ALS, ein enormes Wissen angesammelt, was nicht brachliegen sollte.

Wenn also Jemand Interesse daran hat, ALS Betroffenen und Angehörigen Zeit zu schenken, darf sich gerne bei ALS Community melden. info@als-community-schweiz.ch